Teamspeak.

27 10 2007

Für die Leute die schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, sich einen eigenen Teamspeak-Server zu leisten hier ein paar Infos zu den technischen Hintergründen. Also was ist Teamspeak, was brauch Teamspeak und was kann es.

Recht oft höre ich „Teamspeak ist wie Skype nur mit mehr Leuten“. Teamspeak kann man nicht mit Skype vergleichen – das sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Einfach gesagt ist Teamspeak eine Art Sprachchat – Voice IRC so gesehen.

Jeder spricht mit jedem, man kann die Gespräche aber in Räume aufteilen. Ein Raum (Channel) z.B. für die Admins, einen für User, einen für Off-Topic-Gespräche. Im Gegensatz zu Skype gibt es keine Zweiergespräche – nur die Möglichkeit sich in ein Separee zurück zu ziehen.

Die kostenlose Version ist auf 1000 anwesende User beschränkt und darf nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Auch die Sprachqualität ist eine Andere. Bei Skype kann ich je nach Einstellung und Bandbreite CD-Qualität erreichen, Teamspeak ist irgendwo zwischen analogem Telefon und ISDN angesiedelt, könnte allerdings aufgebohrt werden.

Die Qualität reicht aber locker aus – schließlich soll ja kein Konzert von Kraftwerk in Dolby Digital übertragen werden.

Nutzer die kein Mikro haben können einen Teamspeak-Channel betreten und einfach nur zuhören.

Die Channels lassen sich auch mit Passwörtern sichern – interessant für interne Bereiche. Genauso wie in einem Forum und im Chat können unterschiedlichen Nutzern unterschiedliche Rechte eingeräumt werden.

Hinsichtlich der CPU-Belastung brauch man sich keine Sorgen zu machen. Im Normalfall läuft Teamspeak auf einem Linuxserver. Folgende Anforderungen werden gestellt:

  • ohne ein laufendes X-Window-System:
    • 100 MHz CPU
    • 32 MB Ram
  • mit X-Window-Sytem:
    • 166 MHz CPU
    • 64 MB Ram
  • 6 MB Ram + Platz für Server-Logfiles, falls aktiviert

Der erzeugte Traffic bzw. die benötigte Bandbreite hängt vom Codec und der Anzahl der User ab.

Die Bandbreite berechnet sich wie folgt:

  • Down-Stream: Anzahl der Nutzer die gerade sprechen * Codec-Datenrate
  • Up-Stream: Anzahl der Nutzer die gerade sprechen * (Anzahl der Nutzer im Raum – 1) * Codec-Datenrate.

Die Datenrate der einzelnen Räume einfach addieren. Die Codec-Datenrate erkennt man am Namen des Codecs. Speex 9.3 braucht 9,3 kbit/s, GSM 14.8 14,8 kbit/s.

Bei 10 usern, 3 reden gleichzeitig, würden also 3 * 9,3 kbit/s = 27,9 kbit/s bzw. 3,4 kb/s an downstream und 3 * (10-1) * 9,3 kbit/s = 251,1 kbit/s bzw. 30,7 kb/s upstream anfallen.
Da braucht Skype einiges mehr. Wie man sieht, ist das ganze immer abhängig davon, wieviele Labertaschen gerade da sind Smiley

Welcher Codec genutzt wird ist geschmackssache und auch wieviel Lei(s)tung man hat. Es wird meist was zwischen Speex 9.3 und Speex 16.3 eingesetzt.

Nutzer die die Klappe halten und nur den geistigen Ergüssen der Anderen lauschen erzeugen auf dem Server kein Downtraffic. Es wird nur das übertragen, was durch das Mikro aufgenommen wird. Nimmt das Mikro nix auf, werden nur einzelne „keep-alive“-Packete gesendet.

Der Status, die Anzahl der Anwesenden im Channel und noch viele mehr Informationen kann man z.b. mittels PHP auf der eigenen Homepage oder dem eigenen Blog anzeigen lassen.

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Mietserver

24 09 2007

Da ich schon ein paar Mal gefragt wurde, schreibe ich eine kleine Zusammenfassung zum Thema Mietserver. Wie gesagt, es ist nur eine Zusammenfassung – über das Thema könnte man unzählige Seiten schreiben.

Dedizierter Server

Vorteile:
Komplette Leistung des Servers verfügbar
Voller Root-Zugriff (Root kann und darf alles)
Freie Betriebssystemwahl
Keinerlei Einschränkungen bei der Software und den Skripten

Nachteile:
Hoher Preis
Server-Neustart sehr aufwendig – meist muss ein Techniker an den Server
Lange Zeit bis der Server eingerichtet ist
Keine Software vorhanden die den kompletten Server per Web (über den Browser) steuert
Hohes technisches Verständnis von Servern von Nöten.
Instabile / schlechte Perfomance bei mangelhafter Konfiguaration
Ungenutzte Ressourcen

Virtueller Server

Vorteile:
Günstiger als dedizierte Server
Voller Root-Zugriff (Root kann und darf alles)
Serversteuerung (Neustart, Backups, Überwachung) via Web-Interface (per Browser)
Schnelle Servereinrichtung

Nachteile:
Weniger Leistung, Plattenkapazität als ein dedizierter Server
Instabile / schlechte Perfomance bei mangelhafter Konfiguaration seitens des Anbieters
Instabile / schlechte Perfomance bei unzureichenden Ressourcen für den virtuellen Server (zu wenig Arbeitsspeicher o.ä.)
Bestimmte Programme die direkten Hardwarezugriff benötigen funktionieren nicht – für einen Webserver aber zu vernachlässigen

Managed Server

Vorteile:
kaum Kenntnisse von Nöten
Updates und Softwarepakete vom Anbieter gepflegt

Nachteile:
Kein Root-Zugriff
Softwarekomponenten nur eingeschränkt auswählbar
Weniger Leistung, Plattenkapazität als ein dedizierter Server
Bestimmte Programme die direkten Hardwarezugriff benötigen funktionieren nicht – für einen Webserver aber zu vernachlässigen

Je nach Anwendungsfall wäre ein anderer Typ zu bevorzugen. Den dedizierten Server würde ich aus den Betrachtungen ausschließen – allein schon die fehlende Möglichkeit den Server, sollte er sich erhängt haben, mit einen Reset wieder zum Leben zu erwecken disqualifiziert ihn.

Virtuelle Server haben vorbereitete Systemimages die mit einem Klick eingespielt werden. Dort sind die benötigten Server wie Apache, MySQL installiert und konfiguriert (LAMP), man kann also direkt loslegen. Wenn man irgendwas kaputt konfiguriert kann man auf ein Backup zurück greifen, das in der Regel innerhalb kürzester Zeit per Webinterface eingespielt werden kann. Auf einem virtuellen Server können noch weitere Anwendungen installiert werden ohne den Anbieter des Servers kontaktieren zu müssen, so z.B. ein Teamspeak-Server zum „Sprach-Chatten“ oder ein IRC-Server zum Chatten.

Ein managed Server benötigt keinerlei Kenntnisse was Linux angeht – das Problem bei diesen Servern ist allerdings die fehlende Möglichkeit bestimmte Anwendungen zu installieren. Der Serveranbieter stellt meistens nur eine eingeschränkte Auswahl an Softwarepaketen zur Verfügung.

In der c’t 16/06 steht ein Vergleich der großen Anbieter was dedizierte und virtuelle Server an geht – zwar nicht der aktuellste Test aber sehr Aufschlussreich und Informativ – kann ich jedem nur an’s Herz legen.