Samsung Wave: Der erste Eindruck

24 06 2010

Nach den ersten 24 Stunden Nutzung ein erster Bericht über das Samsung Wave.

Ich werde hier nicht alle Daten des Telefons herunter beten – dafür gibt es die Produktdetails bei Samsung. Ich gehe hier nur auf Sachen ein das Wave von anderen Telefonen unterscheidet oder wo das Samsung etwas bieten kann, was andere nicht haben.

Schon beim ersten Anschalten ist man von dem OLED-Display erstaunt. Die Farben sind wirklich brilliant, das Bild ist hell und selbst bei Sonnenlicht erkennt man alles – allerdings muss dafür die Helligkeit des Displays auf eine hohe Stufe geschalten werden. Somit ist der Verdacht, das Samsung könnte ein Schminkspiegel sein entkräftet. Dieser kommt auf, wenn man Samsung im ausgeschaltenen Zustand in den Händen hält.

Wie bei anderen bekannten Mobiltelefonen lässt sich viel mit Gesten steuern. So werden Inhalte beispielsweise mittels zwei Fingern gezoomt. Finger auseinander zoomt heran, die Finger zusammen schieben zoomt heraus. Auch bekannt von anderen Geräten ist die Möglichkeit der Screenshoterstellung. Dazu wird die „Tasten sperren“- und die Menütaste gleichzeitig gedrückt.

Die Bedienung ist wahnsinnig flott – was dem 1 GHz Prozessor geschuldet ist. Obwohl Samsung gerne an der Megapixelschlacht teilnimmt, hat das Wave „nur“ 5 Megapixel. Doch auch hier ist die Qualität überraschend gut.

Was die Benutzeroberfläche angeht, erinnert das Samsung doch sehr an eine Mischung aus HTC-Handy und iPhone. Die Apps sind auf mehreren Screens angeordnet, die sich durch Fingerwisch weiter schalten lassen. Die Leistung des Prozessors und des Displays kann man sich mit dem Spiel „Asphalt 5“ vor Augen führen lassen.

Mitgeliefert wird eine doch recht bescheidene 1 GB-MicroSD-Karte. Diese ist auch schon mit Kartenmaterial für ein Navigationssystem recht gefüllt. Alleine die Karte für Deutschland nimmt über 600 MB ein, mitgeliefert wird Kartenmaterial für DACH.

Das beigefügte Headset wird über eine 3,5 mm Klinkenbuchse angeschlossen – man kann also auch seine eigenen Kopfhörer zum Musik hören nutzen. Doch auch Samsungs InEar-Stöpsel geben einen guten Klang ab. Über Bluetooth welches in Version 3.0 an Bord ist, lässt sich ein schnurloses Headset oder schnurlose Kopfhörer anschließen – diese werden nicht mitgeliefert.

Wer gerne Webradios hört, schaut allerdings in die Röhre – es wird keine App mitgeliefert um Streams aus dem Netz zu schauen. Der interne Browser unterstützt auch kein Flash über welches man einige Radios empfangen könnte.  Doch der eingebaute Musikplayer kann mit den gängigen Dateien gefüttert werden. Auch einem Podcast-Download steht nichts im Wege. Dank HSDPA und WLAN muss man hier auch nicht all zu lange warten, voraus gesetzt natürlich, die Verbindung ist verfügbar.

Wer seine UMTS-Verbindung gerne an einem anderen Gerät nutzen möchte hat mehrere Möglichkeiten. Per USB oder Bluetooth gekoppelt dient das Wave als Modem. Sehr einfach gestaltet sich auch die Verbindungsnutzung per WLAN. Im Wave aktiviert, stellt es für bis zu drei Geräte ein Ad-Hoc-Netzwerk bereit, die dann via WLAN gehen können.
Ebenfalls über WLAN können Bilder, Videos und Musik wiedergegeben werden. Dazu dient die AllShare genannte Funktion die die Wiedergabe an dlna-fähigen Clients ermöglicht.

Doch es gibt nicht nur positives. So kann sich das Wave auch gerne einmal „verschlucken“. Es ist kein Android oder Windows Mobile als Betriebssystem vorhanden sondern Bada. Samsungs eigene Interpretation eines Linux für Mobiltelefone. Vom Linux bekommt man nichts mit. Es gibt auch keinen Zugriff auf eine Konsole oder ähnliches. Bisher existiert auch noch kein Hack der dieses ermöglichen würde. Laufen zu viele Anwendungen parallel, das Wave ist multitaskingfähig, geht dem Wave der Arbeitsspeicher aus. Dann müssen erst Anwendungen geschlossen werden, bevor man es weiter nutzen kann. Bei zu exzessiver Nutzung des Multitaskingangebots hat das Wave scheinbar Probleme damit den Arbeitsspeicher wieder frei zu geben. Selbst bei nur noch einer einzigen App die läuft wird gemeckert. Das Einzige was dann noch hilft, ist Aus- und Wiedereinschalten.

Großen Wert legt Samsung auf die Einbindung sozialer Netzwerke. So sind Clients für Twitter,  Facebook und MySpace vorinstalliert, wobei der Twitterclient allerdings nur geringe Anforderungen erfüllt und keine automatische Aktualisierung der Timeline bietet. Da ich keinen MySpace-Account habe, kann ich nichts über diesen Client schreiben. Die Facebook-App reicht für die Grundfunktionen aus.

Bilder kann man direkt vom Wave aus zu Flickr, Facebook, MySpace, Photobucket, Picase, Bebo, Fotki und Hyves hochladen.

Für YouTube gibt es eine Verknüpfung, diese startet den internen Browser – dieser stellt die mobile Webseite von YouTube da. Videos werden dann auf das Handy übertragen und dort mit einem Mediaviewer abgespielt.

Weitere Apps können aus Samsungs Appstore geladen werden. Es gibt dort schon einige Anwendungen und die Zahl wächst stätig. Dazu trägt auch Samsungs App-Wettbewerb bei. Samsung spendiert für 300 Programmierer Preise im Gesamtwert von 2,7 Mio. USD.

Ein Wermutstropfen ist allerdings die Synchronisierungsmöglichkeit. Das Wave kann mit Google synchronisiert werden und auch mit Outlook. Die Software zum installieren von Apps, Übertragen von Bildern, Videos und anderen Daten läuft allerdings nur unter Windows und hört auf den Namen „Kies“. Immerhin lässt sich der USB-Modus auf „Massenspeicher“ umstellen – dann werden zwei Laufwerke zur Verfügung gestellt – der interne Speicher und die Speicherkarte. Jedoch darf dazu keine App aktiv sein – dann wird nichts bereit gestellt. Immerhin ist das Samsung so freundlich zu waren, dass man seine Apps bitte beenden soll.

Was auch ziemlich nervt, zumindest wenn man nicht die ganze Zeit auf Englisch schreibt ist die Texteingabe. Es gibt eine virtuelle Tastatur – die auch groß genug ist. Allerdings bietet sie keine Umlaute an. Umlaute können nur geschrieben werden, wenn man die automatische Texterkennung aktiviert. Dann tippt man: „Hauser“ und das Wave bietet „Häuser“ als  Wort an. Eine weitere Möglichkeit, ist wie beim iPhone, das länger gedrückt halten der Buchstaben.

Alles in allem aber ein gutes Telefon und hinsichtlich Gewicht, Leistung und Größe definitiv ein ernst zunehmender Konkurrent für iPhone und Android-Handys. Die Kritikpunkte könnte Samsung mittels einem Firmwareupdate bzw. Sync-Software für andere Betriebssysteme beseitigen.

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Dropbox – Der digitale Zauberhut.

12 06 2010

Wer kennt es nicht, der Zauberer auf der Bühne greift in seinen Hut und heraus kommt ein Kaninchen. Doch woher kommt das Kaninchen? Vielleicht hat der Zauberer ja einen Dropbox-Hut.

Dropbox – was ist das? Für mich ist es eine ungeheure Arbeitserleichterung. Ein Tool welches gegen meine Vergesslichkeit hilft und das (digitale) Leben ein wenig einfacher macht. Wie oft ist es schon vor gekommen, dass ich mir abends noch schnell ein paar Dateien auf den USB-Stick kopiert habe um sie am nächsten Morgen im Hörsaal oder im Büro dabei zu haben. Doch auch schier endloses kramen, buddeln und suchen in meinen Hosentaschen hat den Stick nicht zum Vorschein gebracht. Nicht einmal Google hätte ihn dort gefunden – ich hatte ihn schlicht und ergreifend vergessen.

Hier kommt Dropbox ins Spiel. Dropbox ist ein Service zur Datensynchronisierung. Man registriert sich auf der Webseite von Dropbox und schon hat mein einen Gratisaccount mit 2 GB Speicherplatz. Der nächste Schritt ist die Installation eines Clients auf dem Rechner. Keine Angst, nicht nur die Windows-Nutzer können Dropbox nutzen. Es gibt auch Clients für Linux, Mac, Android, das iPhone und auch das iPad (native iPad App). Ein Blackberry-Client ist in Arbeit.
Des Weiteren findet man im Dropbox-Forum noch einen portablen Client für Windows der von einem USB-Stick lauffähig ist und eine sehr einfache Anleitung, wie der Linux Client auch ohne grafische Oberfläche zum Laufen  gebracht werden kann. Selbst ältere Windowsversionen stellen kein Problem dar.

Nach der Installation des Clients habe ich einen neuen Ordner – MyDropbox. Alles was ich nun in diesen Ordner kopiere oder dort abspeichere wird automatisch (Internetverbindung vorausgesetzt) zu Dropbox geladen. Man muss aber keine Ewigkeit warten bis man weiter arbeiten kann. Die Datei ist lokal gespeichert und wird im Hintergrund zu Dropbox übertragen. In diesem Prinzip offenbart sich für mich ein riesiger Vorteil. Sollte aus welchen Gründen auch immer Dropbox von der Bildfläche verschwinden und deren Server unauffindbar sein, so habe ich immer noch meine Daten – schließlich sind sie ja auf meinem Rechner.

Installiere ich nun auf einem zweiten Rechner Dropbox und habe auch dort eine aktive Internetverbindung so wird automatisch bei Dropbox nachgesehen was ich an Dateien habe und diese werden auf den zweiten Rechner herunter geladen. Ändere ich nun etwas an einer Datei auf dem zweiten Rechner und speichere die Änderung ab, so wird auf dem ersten Rechner automatisch die aktualisierte Datei abgerufen. Dropbox scheint auch einen intelligenten Algorithmus zu nutzen, denn es wird nicht immer die komplette Datei übertragen sondern immer nur der Teil, der sich wirklich geändert hat.

So speichere ich sensible Daten vorher in einem TrueCrypt-Container und es wird nie die komplette Containerdatei erneut übertragen sondern immer nur die aktualisierten Stücke. In der „Testing“ Version des Dropbox-Clients gibt es eine eine Funktion um nur bestimmte Dateien zu synchronisieren. Da diese Version aber noch nicht komplett stabil läuft sollte sie nur von erfahrenen Nutzern verwendet werden. Otto Normal User bekommt diesen Client allerdings nicht ohne weiteres zu Gesicht. Somit müsst ihr keine Angst haben und verwendet einfach den Client der euch zum Download angeboten wird.

Eine weitere Funktion von Dropbox die mir schon mehr als einmal aus der Patsche geholfen hat: Über die Dropbox-Webseite kann man auf seine Daten zugreifen und dort auch gelöschte Dateien wiederherstellen. Eine sehr praktische Funktion. Ergänzt wird das ganze von einer Versionierungsfunktion. Wie oft kommt es vor, das man etwas abspeichert und dann mit erschrecken fest stellt, dass man doch eher die alte Version gebraucht hätte. Leider lassen viele Programme nach einem Speichervorgang keine „Rückgängig“ oder „Undo“ Befehle mehr zu. Auch hier hilft die Dropbox Webseite über die man wie gesagt einfach und schnell auf ältere Versionen einer Datei zurück greifen kann.

Über Dropbox kann man auch Fotogalerien und Dateien für Andere freigeben. Speichere ich Bilder in der Dropbox so kann ich mir einen Link generieren lassen, der eine Galerie des Ordners anzeigt. Diesen Link verschicke ich an Freunde und Bekannte, diese können sich dann in aller Ruhe die Fotos anschauen oder herunterladen.  Andere Dateien kann ich ebenfalls aus der Dropbox heraus veröffentlichen. In diesem Fall jedoch keine ganzen Ordner sondern immer nur einzelne Dateien. Auch hier lasse ich mir einen öffentlichen Link generieren den ich frei verteilen kann. Der Empfänger des Links kann sich die Datei herunterladen ohne sich vorher bei Dropbox registrieren zu müssen.

Ein weiterer Weg zum Dateiaustausch sind sogenannte „Shared Folder“. Dabei handelt es sich um Ordner die ich an andere Dropbox Nutzer freigeben kann. Jede Datei die ich nun in diesem Shared Folder anlege bekommt der Nutzer mit dem ich diesen Ordner verknüpft habe ebenfalls angezeigt. So kann man einfach und schnell zusammen an einer Datei arbeiten oder gemeinsam Projekte umsetzen.

Ein Problem bei der Arbeit mit mehreren Personen aber auch bei der Synchronisation mit mehreren Rechnern kann beim Bearbeiten ein und derselben Datei entstehen. Nehmen wir an, wir bearbeiten an einem Laptop und an einem Desktop eine Datei und sind in beiden Fällen offline, so entsteht ein Konflikt. Sobald die Dateien mit Dropbox synchronisiert werden, wird automatisch erkannt, dass es zwei Änderungen eines Dateistandes gibt. Die Lösung bei Dropbox: die erste Synchronisierung wird wie gewohnt durch geführt, die zweite allerdings unter einem neuen Namen eingefügt. Der neue Dateiname setzt sich aus dem originalen Dateinamen und dem Rechnernamen der den Konflikt verursacht hat zusammen.

Das klingt doch alles verführerisch denkt ihr euch. Doch mit was verdienen die ihr Geld? Von Luft und Liebe kann man kein Unternehmen führen.
Stimmt genau! Die Gratisaccounts haben eine Speicherbeschränkung. Wer mehr Platz benötigt, muss auch zahlen. So kosten 50 GB 9,99 USD pro Monat, wer ganze 100 GB zum Synchronisieren möchte muss 19,99 USD im Monat bezahlen. Entschließt man sich, gleich für ein ganzes Jahr zu zahlen, so verringern sich die Kosten auf 99 USD respektive 199 USD.

Ein wenig mehr Speicher als die 2 GB des eigentlichen Gratisaccounts kann man bekommen, indem man eine kleine Einführungstour bei Dropbox abschließt. Mit fünf einfachen Schritten bekommt man 250 MB gut geschrieben. Doch auch hier ist das Ende noch nicht erreicht. In weiteren 250 MB Schritten kann man den kostenlos verfügbaren Speicherplatz bis auf 8 Gigabyte aufstocken. Was dafür zu tun ist? Ihr müsst Freunde und Bekannte werben. Jeder Dropbox Nutzer hat einen speziellen Link über den sich Andere anmelden können. Wenn sich nun ein neuer Nutzer aufgrund eurer Einladung registriert und die Einführungsschritte absolviert hat, bekommt ihr weitere 250 MB. Doch auch die geworbenen bekommen 250 MB gratis. Somit kann ein geworbener Nutzer gleich mit 2,5 GB starten.

Wollt ihr jetzt auch Dropbox nutzen? Hier ist mein Registrierungslink, der euch und mir jeweils 250 MB gratis beschert.