Erdrosselt.

24 03 2013

Auch wenn ihr sicher schon alle darüber gelesen habt, ich muss jetzt aber auch mal meinen Senf dazu geben. Die Telekom will ihre DSL-Tarife umbauen und eine Geschwindigkeitsdrosselung einbauen.

Verkauft werden darf es dann weiterhin als Flatrate – man bekommt ja den Zugang zum Netz weiter, obwohl die Geschwindigkeit reduziert ist.

Schon jetzt bekommt man bei einem DSL-Anschluss nicht unbedingt das, was man erwartet. Bis zu 16.000 KBit/s heißt nun mal nicht automatisch, dass man auch eine Leitung mit 16.000er Geschwindigkeit bekommt, es kann auch mal nur ne 6.000er sein. “Bis zu” heißt ja nicht “mindestens”.

Dies übersehen einige. Nun aber der nächste Hammer. Es wurden Änderungen bekannt, dass die Telekom ihre Verträge zum Teil schon ab 75 GB Datenvolumen auf 384 Bit/s drosseln will. Inzwischen gibt es eine offizielle Stellungnahme der Telekom zu diesen Gerüchten.

Die Stellungnahme entkräftet leider nichts und es gibt auch kein Dementi.

Es wird gesagt, dass in Zukunft wahrscheinlich (ha ha!) die Leute mehr zahlen müssen, die mehr Daten übertagen. Diejenigen, die dann sparsamer mit dem Datentransfervolumen haushalten werden aber nicht automatisch weniger zahlen als bisher.

Da die Telekom ja am Hungertuch nagt, wird auch gleich auf die Tränendrüse gedrückt. Der arme rosa Schlumpf  magenta Riese muss ja Milliarden aufwenden um das Netz an die immer steigende Bandbreite anzupassen.

Mädels und Jungs, bevor ihr heult, dann macht doch bitte auch mal was. Es wird immer wieder an der Preisschraube gedreht, mit der Begründung, das Netz muss ausgebaut werden. Natürlich wird dann das Argument gebracht, es hätte sich ja so viel getan. Man kann ja inzwischen Fiber 200 bei der Telekom bekommen, so ein Glasfaseranschluss ist schon was feines. Doch nicht jeder kann ihn bekommen.

Noch immer gibt es Ortschaften in Deutschland, da träumt man von Datenraten im vierstelligen Kilobit/s Bereich. Das höchste der Gefühle ist ISDN, wenn es um einen Festnetz-Anschluss geht und EDGE im mobilen Bereich. Nur am Ortsrand, auf einem freien Feld, ohne jegliche Bebauung, erreicht auch UMTS den Empfänger.

Baut doch erst mal wirklich was aus, sorgt für eine flächendeckende Bandbreite von 10 MBit/s, dann reden wir weiter.

Ein gewisser “Thomas” sieht im Verhalten der Telekom kein Problem. Denn wir in Zeiten von “ich mach was mit Cloud” seine Daten in selbiger sichert ist ja kein normaler Anwender sondern macht  den Kram ja sicher geschäftlich.

Nun mal im Ernst. Ich kenne genug Leute, die einfach nur Technik-affin sind und deshalb auch die Möglichkeiten nutzen wollen, die einem die Technik gibt. So soll es doch bitte auch bleiben.

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Internet-Traffic oder Daten so groß wie Monaco.

3 04 2008

Wer zu viel Zeit und / oder Langweile hat, kommt manchmal auf die verrücktesten Ideen.

So findet man ja immer mal wieder viele Din-A4-Seiten man auf einer so und so großen Festplatte speichern kann. Gerne wurde auch zu Modem- und ISDN-Zeiten in Werbebotschaften verkündet, dass man jetzt X-Seiten innerhalb einer Sekunde übertragen könnte.

Nun dachte ich mir, schauen wir uns mal den Traffic an, der den German-Internet-Exchange, kurz DE-CIX passiert. Die zur Verfügung stehende Grafik gibt für den Zeitraum Februar 2006 bis April 2008 eine Trafficspitze (Peak) von 407 GBit/s an, dies entspricht rund 48.500 MB/s.

Das hört sich gar nicht mal so viel an. Also schauen wir mal, was passiert, wollten wir diese Datenmenge irgendwo unter bekommen. Eine Double-Layer DVD ist 1,2 mm dick und fasst 8110 MB, somit benötigt man knapp 6 DVDs und hätte noch einen bescheidenen Stapel von 7,2 mm. Wir wollen mehr, nehmen uns also 800 MB CD-Rohlinge, 61 an der Zahl und kommen auf mickrige 73,2 mm. Mit solch einem Türmchen kann man niemanden beeindrucken.

Nun fahren wir andere Geschütze auf.

Die guten alten 3,5″-Disketten. Ein Fassungsvermögen von 1,4 MB würde uns einen Turm von 114,32 Metern beschweren, bei 34.643 Disketten. Das ist schon ganz beachtlich.

Nun aber zurück zu den Din-A4-Seiten. Nehmen wir mal pauschal an, eine Seite könnte 2 KB fassen und ist genormte 210mm x 297 mm groß. Das würde bedeuten, wir könnten 24.832.000 Seiten bedrucken. Die Seiten einigermaßen gleichmäßig ausgelegt ergäbe eine Fläche von ca. 1,5 km2. Zum Vergleich, der Titisee im Schwarzwald hat eine Fläche von 1,3km2, der Hyde Park ohne Kensingtons Garden 1,4 km2 und Monaco misst „gigantische“ 1,97 km2.

Nehmen wir jetzt mal an, es gebe Drucker deren Toner nie leer wäre und deren Papierkassetten auch immer genug Papier hätten würde der Ausdruck dieser Seiten mit einem Laserdrucker der 52 Seiten pro Minute schafft immer noch 331 Tage dauern.

All das fließt aber in einer einzelnen Sekunde durch einen Knoten in Frankfurt.

Beeindruckend!





Teamspeak.

27 10 2007

Für die Leute die schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, sich einen eigenen Teamspeak-Server zu leisten hier ein paar Infos zu den technischen Hintergründen. Also was ist Teamspeak, was brauch Teamspeak und was kann es.

Recht oft höre ich „Teamspeak ist wie Skype nur mit mehr Leuten“. Teamspeak kann man nicht mit Skype vergleichen – das sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Einfach gesagt ist Teamspeak eine Art Sprachchat – Voice IRC so gesehen.

Jeder spricht mit jedem, man kann die Gespräche aber in Räume aufteilen. Ein Raum (Channel) z.B. für die Admins, einen für User, einen für Off-Topic-Gespräche. Im Gegensatz zu Skype gibt es keine Zweiergespräche – nur die Möglichkeit sich in ein Separee zurück zu ziehen.

Die kostenlose Version ist auf 1000 anwesende User beschränkt und darf nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Auch die Sprachqualität ist eine Andere. Bei Skype kann ich je nach Einstellung und Bandbreite CD-Qualität erreichen, Teamspeak ist irgendwo zwischen analogem Telefon und ISDN angesiedelt, könnte allerdings aufgebohrt werden.

Die Qualität reicht aber locker aus – schließlich soll ja kein Konzert von Kraftwerk in Dolby Digital übertragen werden.

Nutzer die kein Mikro haben können einen Teamspeak-Channel betreten und einfach nur zuhören.

Die Channels lassen sich auch mit Passwörtern sichern – interessant für interne Bereiche. Genauso wie in einem Forum und im Chat können unterschiedlichen Nutzern unterschiedliche Rechte eingeräumt werden.

Hinsichtlich der CPU-Belastung brauch man sich keine Sorgen zu machen. Im Normalfall läuft Teamspeak auf einem Linuxserver. Folgende Anforderungen werden gestellt:

  • ohne ein laufendes X-Window-System:
    • 100 MHz CPU
    • 32 MB Ram
  • mit X-Window-Sytem:
    • 166 MHz CPU
    • 64 MB Ram
  • 6 MB Ram + Platz für Server-Logfiles, falls aktiviert

Der erzeugte Traffic bzw. die benötigte Bandbreite hängt vom Codec und der Anzahl der User ab.

Die Bandbreite berechnet sich wie folgt:

  • Down-Stream: Anzahl der Nutzer die gerade sprechen * Codec-Datenrate
  • Up-Stream: Anzahl der Nutzer die gerade sprechen * (Anzahl der Nutzer im Raum – 1) * Codec-Datenrate.

Die Datenrate der einzelnen Räume einfach addieren. Die Codec-Datenrate erkennt man am Namen des Codecs. Speex 9.3 braucht 9,3 kbit/s, GSM 14.8 14,8 kbit/s.

Bei 10 usern, 3 reden gleichzeitig, würden also 3 * 9,3 kbit/s = 27,9 kbit/s bzw. 3,4 kb/s an downstream und 3 * (10-1) * 9,3 kbit/s = 251,1 kbit/s bzw. 30,7 kb/s upstream anfallen.
Da braucht Skype einiges mehr. Wie man sieht, ist das ganze immer abhängig davon, wieviele Labertaschen gerade da sind Smiley

Welcher Codec genutzt wird ist geschmackssache und auch wieviel Lei(s)tung man hat. Es wird meist was zwischen Speex 9.3 und Speex 16.3 eingesetzt.

Nutzer die die Klappe halten und nur den geistigen Ergüssen der Anderen lauschen erzeugen auf dem Server kein Downtraffic. Es wird nur das übertragen, was durch das Mikro aufgenommen wird. Nimmt das Mikro nix auf, werden nur einzelne „keep-alive“-Packete gesendet.

Der Status, die Anzahl der Anwesenden im Channel und noch viele mehr Informationen kann man z.b. mittels PHP auf der eigenen Homepage oder dem eigenen Blog anzeigen lassen.