Der Apfel mit dem Wurm.

28 07 2009

Ein Apple ist ja inzwischen mehr als ein Computer.

Er ist ein hippes Lifestyle-Objekt.

Wie alles was schön ist, seien es nun Frauen, Autos oder auch Apple-Produkte, so will diese Schönheit gebührend bezahlt werden. Somit ist ein Mercedes SLK kein VW Golf und auch ein Apple ist kein Medion.

Was aber wenn diese altherrgebrachte Weisheit schön ist schön teuer gestört wird?

An sich nichts – wenn man sich beeilt und den Status Quo so schnell wie möglich wieder herstellt.

Der Versandhändler Otto scheint zu wenige Bestellungen bekommen zu haben oder wollte sein Bestellsystem einmal unter extremer Belastung testen. Auf jeden Fall wurden sowohl ein MacBook Air (MC233/A) als auch ein MacBook Pro (MB990D/A) für 49,95 Euro angeboten. Doch nicht nur Apples mobile Rechenknechte bekamen den (kurzzeitigen) Rotstift zu sehen.

MacBook Pro bei Otto ausverkauft.

Ein Acer Aspire „AS 8930G-844G32BN“ sollte für 29,99 Euro über die virtuelle Ladentheke wandern, genauso wie ein Hewlett Packard X18-1310eg und das Fujitsu Siemens AMILO Li 3910.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht der sonderbaren Aktion. Viele haben Bestellungen getätig und sind nun gespannt was da kommt. Auch im Hause Chaosblog wurde ein Apple geordert. Wann bekommt man die Chance für knappe 60 Euro (inkl. Versand) ein MacBook Air zu erstehen.

Nach ungefähr zwei Stunden war der Zauber vorbei, entweder wurden die Preise angepasst und / oder der Artikel ist als ausverkauft markiert.

Jetzt ist Otto gefragt. In den AGBs steht (noch) keine Klausel was bei Irrtümern und Druckfehlern passiert und ein anderer Onlinehändler ist schon mal verklagt worden für einen Spotpreis seine Produkte heraus zu geben – allerdings nur an die Kunden, die ihre Ware schon per Vorkasse bezahlt haben.

Sollte das ganze nur ein geschickter viraler Werbefeldzug von Otto gewesen sein (geschätzte Wahrscheinlichkeit geringer als ein Sechser im Lotto, mit Zusatzzahl + Spiel 77 und Super 6 zusammen) dann zweifle ich an der Finanzkrise und am Verstand der Marketingnasen bei Otto.

Was kann nun passieren? Es gibt eigentlich 4 mögliche Szenarien:

  1. Im günstigsten (und unwahrscheinlichsten) Fall bekommt man ein Rechner für einen Preis von dem man noch seinen Enkeln erzählen kann.
  2. Otto sagt einfach: Es tut uns leid und liefert nicht – ob man dann rechtlich noch eine Chance hätte kann ich nicht beurteilen,da fragt man lieber bei einem Anwalt seines Vertrauens an.
  3. Otto liefert für den (korregierten) Preis – Annahme wird verweigert bzw. dem Postboten gleich gesagt es geht Retour. Kein Geld verloren aber auch keine Ware bekommen
  4. Otto liefert einen anderen Artikel zum günstigen Preis mit der Begründung, man hat sich vertan. Das weitere vorgehen ist dann wie im Szenario zuvor. Vom Widerrufsrecht des Fernabsatzgesetzes (§ 3 Abs. 1 Satz 1 FernAbsG i. V. m. § 361a BGB a. F.) gebrauch machen.

direktbestellung

Allem Anschein nach wird auch Fall Nummer Vier eintreten. Es gibt eine (ausverkaufte) Hama-Tasche, die die selbe Bestellnummer (21046992) wie die MacBooks hat. Sucht man bei Otto nach der Bestellnummer kommt ein Mac, gibt man bei Direktbestellung  diese Nummer ein, kommt ein Mac – und doch gibt es diese Hama-Tasche zum Preis von 49,95 Euro mit der identischen Bestellnummer.

Ruft man den Mac auf, steht in der Artikelbeschreibung allerdings eine andere Bestellnummer – Otto scheint da ziemliches Chaos in den Daten zu haben.

Ich empfehle aber allen die schon bestellt haben nicht zu stornieren – ihr habt nichts falsch gemacht! Otto ist gezwungen den nächsten Schritt zu tun – sollte es sich wirklich nur um eine Tasche Handeln muss Otto aktiv werden und den Kunden informieren. Außerdem habt ihr ja noch oben angesprochenes Widerrufsrecht.

Wir dürfen gespannt sein.

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Spieglein in der Hand

21 01 2009

Schneewittchens böse Schwiegermutter hat einen Spiegel der ihr regelmäßig sagt wer die Schönste im ganzen Land ist.

Seit dem Jahreswechsel besitze ich auch einen (ähnlichen) Spiegel – Meiner verrät mir nicht, wer die Schönste ist sondern hilft mir die Schönheit zu konservieren. Ich bin glücklicher Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR).

Schon lange stand eine Spiegelreflexkamera auf meiner Gadget-Liste, schon lange bevor ich meine erste digitale Kompaktkamera angeschafft habe.

Die erste eigene Kamera war eine Canon Prima Junior aus dem Jahre 1992. Ich war glücklich wie ein Schneekönig und verknippste zum Leidwesen meines Taschengeldes mehr Filme an einem Wochenende als manch einer im Jahr füllt. Doch die Prima Junior war, wie der Name es schon sagt nur eine kleine Kamera für Kinder.

Viel mehr hat mich die Kamera meiner Eltern gereizt. Eine ausgewachsene Spiegelreflexkamera, die Canon A1, mit Datenrückteil, Batteriegriff und Motorwinder. Nach dem ich die ersten Fotos mit der Canon geschossen habe, hat mich der Spiegelreflexvirus infiziert.

In den nächsten Jahren suchte ich immer nach günstigen SLRs doch mein mickriges Taschengeld ermöglichte solche Sprünge nicht. Während meines Studiums ging ich dann zu digitalen Photos über –  das Geld hatte immer noch nicht für eine Spiegelreflex gereicht und die digitale Fotografie war inzwischen mehr als nur erschwinglich geworden. Drei verschiedene Kompaktknipsen von Hewlett-Packard nannte ich in der Zeit mein Eigen.

Wieso HP? Meine erste HP war eine reine Geld frage, sie war die billigste Kamera über einem Megapixel (1,3) die ich finden konnte. Nachteilig war vor allem der Compact-Flash-Slot welcher schneller Batterien und Akkus leer gesaugt hat, als ein Staubsauger einen Aschenbecher entleert.

Die nächsten zwei HPs waren dann Kameras mit SD-Slot und 3 bzw. 5 MP. Alles nicht schlecht, die Bilder reichten locker aus um sie am Rechner anzuschauen und ein paar Entwicklungen anfertigen zu lassen. Doch es war nie die Bildqualität die ich von einer (analogen) Spiegelreflexkamera gewohnt war.

Zwischen den Jahren dann war mir mein Kontostand hold. Ich konnte mir eine DSLR kaufen. Es konnte eigentlich von vorn herein nur Canon sein. Die Wahl war auf die zwei Modelle 1000d oder 450d gefallen.

Jetzt war die Frage, liebe die 1000d und zwei Objektive oder die 450d mit nur einem zum jeweils gleichen Preis. Ich habe mich am Ende für die 1000d entschieden. Die 450d hätte zwar zwei Megapixel mehr und wäre auch bei der Serienbildfunktion schneller – doch mir reichen die 10 Megapixel voll aus und auch die Serienbildfunktion ist (für mich) noch schnell genug. Ein weiterer Unterschied wäre noch das Display – doch für mich ist ein Display an einer DSLR eher uninteressant.

Die Live-View genannte Möglichkeit auf den Blick durch den Sucher zu verzichten und das Bild direkt auf dem Display zu sehen und anvisieren zu können ist für mich nicht so wichtig, da kaum genutzt. In 99% der Fälle schieße ich Bilder die ich vorher im Sucher in’s rechte Bild gerückt habe. Live-View habe ich bisher nur bei ein paar Nachtaufnahmen genutzt bei denen ich die Kamera nicht in der Hand gehalten habe.

Zu dem Body der 1000d habe ich noch zwei Objektive, zum einen das EF-S 18-55 mm 1:3.5-5.6 und zum anderen das EF 55-200 mm 1:4.5-5.6 II USM. Somit sind die meisten Anwendungsfälle abgedeckt. Zur Datenablage gibt es zwei SD-Karten mit je vier GB, je nach Qualitätseinstellung passen zwischen 200 und weit über 1000 Bilder auf eine Karte. Body, Objektiven, SD-Karten, Ladegerät und sonstiges Zubehör werden zur sicheren Aufbewahrung und zum einfachen Transport in einer Kameratasche von Canon (100EG) untergebracht.

Zum Glück steh in naher Zukunft mein Geburtstag vor der Tür – da folgt dann ein Stativ.

In Zukunft werde ich hier ab und an Fotos einstellen. Seid gespannt!