Wie ich programmieren lernte.

2 09 2012

In meinem Artikel über den Raspberry Pi habe ich ja schon angekündigt, dass das Prinzip, welches man verfolgt, genau richtig ist. Eine Maschine zu schwach für die neusten Spiele, stark genug um alle Möglichkeiten beim Experimentieren und Probieren zu haben.
Dieses Prinzip hat auch mich vor vielen Jahren an den Rechner gebracht. Während der Großteil schon einen 486er zu Hause stehen hatte, ein Teil schon zum Pentium wechselte, bekam ich meinen ersten eigenen Rechner. Einen 286er. Mit Turbotaste! Fun-Fact extra für @moellus: ein Highscreen!
Spielen konnte ich natürlich auch mit der Kiste. Allerdings eher einfache Sachen wie Lemmings, Accolade Grand Prix Circuit und das aufwendigste war F15 Strike Eagle II.
Doch es interessierte mich viel mehr. Die Kiste aufgeschraubt, geschaut, was funktioniert noch, wenn ich dieses und jenes abstecke oder ausbaue. Durch einfaches Probieren merkte ich, was essenziell ist und was unnütz. Nachdem ich die Hardware zumindest schon mal gesehen hatte und sie keine einfache Blechkiste mehr war, hab ich mich der Software gewidmet.
Basic fand ich persönlich doof, auch wenn ich bei einem Bekannten an seinem Sinclair Z80 viel Spaß damit hatte.
Irgendwie bin ich zu Turbo Pascal gekommen. Die 5er Version lief schnell und zuverlässig und ich konnte mit dem Programmieren beginnen. Damals gab es zwar schon das Internet, doch die Zugänge waren langsam und teuer. Glücklicherweise kam ich anders an alle möglichen Informationen. In Bekanntenkreis meiner Eltern wollte jemand seine gesammelten alten Computermagazine wegwerfen. Im Gegensatz zu heute enthielten die Hefte noch Unmengen an Listings, abgedrucktem Code verschiedenster Programme. Ich habe mich versucht in die Programme einzulesen, habe Teile abgetippt um zu sehen, was sie machen. Immer mehr hab ich verstanden und konnte somit auch eigene Programme schreiben. Nichts was die Welt bewegt aber kleine Programme die mich mit einem gewissen Stolz in meinem jungen Jahren erfüllt haben. Ich konnte etwas schreiben und der Computer tat danach genau das, was ich wollte – zumindest wenn ich nicht mal wieder irgendwo einen Fehler hatte. Ich möchte gar nicht wissen wie viele Tage und Nächte ich wirklich daran gesessen habe, bis ich programmieren konnte.
Die Art und Weise, wie ich Pascal gelernt habe, nutze ich heute noch um andere Sprachen zu lernen. Als ich mit Python anfing, habe ich Quelltexte aus dem Netz besorgt, kleine Tools und Skripte mussten herhalten, damit ich mich einarbeiten konnte. Es ging ohne größere Schwierigkeiten: Lesen, verstehen, ausprobieren, verbessern, Trial and Error quasi.
Hört auf dicke Bücher zu lesen und Unmengen an Zeit damit zu vergeuden.
Schnappt euch Codes und analysiert sie. Schreibt eigene Programme für eure Bedürfnisse.
Ihr könnt nichts kaputt machen. Im Zusammenspiel mit einem Versionsverwaltungssystem seid ihr auf der absolut sicheren Seite. Ein Hilfsmittel, welches mir zu Dos-Zeiten fehlte.

Also schreibt euch nicht ab, lernt programmieren!

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Oldenburger Computer Museum.

15 12 2008

Ja, ihr habt richtig gelesen – Computer Museum.

Für viele sind die „Kisten“ vor denen sie (fast) täglich sitzen einfach nur ein Arbeitsgerät, ein Werkzeug oder Mittel zum Zweck. Wieso dann ein Computer Museum? Schließlich gibt es doch auch kein Kellen- und Gips Museum für den Maurer oder ein Sägen Museum für den Schreiner!

Doch ein Computer ist etwas Anderes, etwas Eigenes. Ein Rechner dient heute vielen als Werkzeug doch er ist mehr. Ohne die modernen Möglichkeiten der Datenverarbeitung würde unsere Gesellschaft, so wie wir sie kennen, zusammen brechen. Computer sind mehr als nur ein Haufen Plastik und Silizium. An vielen von ihnen hängt Geschichte. Die Geschichte die wir mit erlebt haben.

Ich weiß noch heute, wie ich meinen ersten eigenen Rechner geschenkt bekam. Im Sommer 1998 bekam ich einen alten gebrauchten 286er, Marke Highscreen, Hersteller Vobis, umschaltbar zwischen 8 und 16 MHz, 1024 kB RAM, 42 MB HDD von Kalok – Modellnummer KL 343, 5,25″- und 3,5″-FDDs sowie eine Grafikkarte von OAK mit 256 kB Speicher – all das habe ich nicht abgelesen, die Werte kann ich im Schlaf herunter beten.

So wird es wohl vielen gehen die in jungen Jahren mit einem Computer aufgewachsen sind. Noch heute trifft man immer wieder Leute die von ihrem ZX81, C64, Schneider / AMSTRAD CPC erzählen, als würden sie von einer schönen Frau oder einem schönen Mann schwärmen. Der Computer ist gleichzeitig Alltag und selbstverständlich geworden doch ist er auch etwas an dem Erinnerungen hängen.

Daher macht ein Computer Museum Sinn. Viele Exponate sieht man z.B. im Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF) oder aber im Deutschen Museum. Jedoch gibt es auch Schätze die man dort nicht findet – da lohnt sich ein Besuch im Oldenburger Computer Museum (OCM). Hier sammelt Thiemo Eddiks seit 1999 alte Telespiele und Homecomputer. Telespiele? Selbst dieses Wort allein gehört schon ein Museum! Schließlich heißt es heute doch Konsole, auch wenn die „alten Hasen“ eine Konsole anders in Erinnerungen haben (z.B. VT100). Eine Besonderheit des OCM ist die Hands-On Philosophie – die Exponate sind funktionsfähig und können nach Herzenslust genutzt werden. Allein auf der Internetseite des OCM sieht man einige Geräte, die so manchen an die Kindheit erinnern und denen man gerne mal wieder eine Runde Pac Man oder Space Invaders entlocken würde.

Gefunden werden kann das OCM in:

Neue Straße 2
26122 Oldenburg
Die Öffnungszeiten sind absolut Arbeitnehmer- und Familienfreundlich, man kann nach Feierabend mal vorbei schauen oder auch im Urlaub nachdem man sich den Rest von Oldenburg angesehen hat. Weitere Öffnungszeiten kann man mit Thiemo Eddiks absprechen. Kontaktdaten stehen im Impressum am Fuße der OCM- Internetpräsenz.

Das OCM ist ein Museum für die ganze Familie und für jedes Alter. Junge Besucher können sich Rechner und auch Benutzeroberflächen aus den Anfangstagen der DV-Geschichte ansehen, ältere Besucher schwelgen in nostalgischen Erinnerungen und auch Frauen können mit dem einen oder anderen Spielchen begeistert werden. Im OCM kann der Papa, der gegen seinen Knirps immer wieder bei Mortal Kombat den Kürzeren zieht, außerdem die Rangfolge wieder gerade Rücken, indem er seinen Sohnemann zum ultimativen Match in Pong heraus fordert. 😉

Alle hier verwendeten Bilder des OCMs verwende ich mit der Genehmigung von Thiemo Eddiks –  http://www.computermuseum-oldenburg.de/