iPhone Home Button kalibrieren

11 07 2012

Die Apfeljünger da draußen argumentieren ja immer, dass so ein iPhone supereinfach, sehr robust und total anwenderfreundlich ist.

Doch auch der beste Apfel wird mal faulig. So scheinbar auch die iPhones – irgendwann tut der Home Knopf nicht mehr das, was er eigentlich tun sollte. In meiner Twitter-Timeline ist dieses Problem bei @maxheadroom, @kommandomutti und @Lady_Darkness69 aufgetreten, doch sie sind bei Weitem nicht die Einzigen. Ein Blick in das Apple Support Forum zeigt einen Beitrag auf, der sich inzwischen auf über 40 Seiten hinzieht.

Da fiel mir ein Artikel auf dem iDownloadBlog ein. Man könne ja seinen Home Button neu kalibrieren. Zuerst hab ich das als irgendwelchen Budenzauber abgetan. Für mich hörte sich es so an, wie die Vogelspinne in der Yucca-Palme.
Einen Knopf kalibrieren – da gibt es doch nur 1 und 0 – selbst wenn der Taster nicht entprellt wäre. Was will man da …? Egal. Nicht weiter drüber nachdenken. @maxheadroom hat das Ganze nach meinem Hinweis getestet und siehe da – es funktioniert. Muss also doch was dran sein.

Wenn ihr auch das Problem habt, geht wie folgt vor:

  1. Startet eine von Apple vorinstallierte App, welche das sind, kann ich in Ermangelung eines iOS-Geräts nicht sagen. Es scheint aber eine Aktien-App zu geben, mit der es funktioniert
  2. Drückt den Powerknopf und haltet ihn gedrückt, bis „Slide to Power off“ bzw. im Deutschen „Auschalten“ erscheint.
  3. Drückt den Home Button und haltet ihn gedrückt, bis „Slide to Power off“ / „Ausschalten“ verschwindet, die gestartete Anwendung geschlossen wird und ihr euren Home Screen seht.

Fertig.

Hier das Ganze noch als Video:

Viel Erfolg.

P.S. Es soll auch bei iPod touch und iPad funktionieren.





Ein Apfel fällt nicht weit vom (Produkt)Stamm.

28 01 2010

Gestern war es soweit.
Alle Welt hat ihn erwartet. Den Auftritt des Gurus, der Messias der Gadgets. Wenn Steve ruft kommen sie alle!

Sie dürsten nach seiner Erlösung, seinen Ideen, seinen neuen Produkten. Das Geld sitzt locker, die Kreditkarte ist gezückt und der Mauszeiger schon auf dem „Kaufen“-Button.

iPad - Image Courtesy of Apple

iPad - Image Courtesy of Apple

Nach unzähligen Gerüchten, Vermutungen und Analysen hat Steve Jobs gestern das iPad vorgestellt. Das Bindeglied zwischen iPhone und MacBook.

Ich habe die Keynote mitverfolgt und möchte nun mal meinen Senf dazu abgeben.

Ein Hinweis an all die oben beschrieben Mac-Jünger: Weiter lesen auf eigene Gefahr.

Ein Tablet ist es geworden, das iPad.

Ein Gerät, je nach Ausstattung mit WLan oder auch zusätzlichem UMTS. Klingt verdammt nach einem iPhone.

Genau dass ist es eigentlich auch. Man nehme ein iPhone, einen Strohhalm und jemanden mit guten Lungen. Strohhalm ins iPhone gesteckt und kräftig pusten.

Fertig ist das iPad.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass iPhone/iPod-Anwendungen auf dem iPad laufen. Entweder in ihrer ursprünglichen, nativen Auflösung oder ebenfalls wieder aufgeblasen und hoch skaliert. Was für ein Feature.
Es soll jetzt hier nicht der Verdacht aufkommen, ich will Apple oder die Produkte von Apple schlecht machen.

Mitnichten!

Das Problem ist einfach das Preis/Leistungsverhältnis.
Apple baut qualitativ hochwertige Produkte kombiniert mit einem erstklassigen Design – sieht man mal von der hässlichen Antennenabdeckung des UMTS-iPad ab, welche einfach nur hässlich ist.

Ein Laptopgehäuse, aus einem Stück gefräst, ein Telefon und MP3-Player mit Touchscreen, Betriebssysteme die ohne großen Aufwand laufen. All das kann man Apple zu gute halten. Doch die Preise sind einfach zu teuer.
Vergleicht man die reine Hardware eines MacBook mit einem „normalen“ Laptop mit der gleichen Ausstattung, so kommt man außerhalb des Apple-Kosmos um einiges günstiger weg.
Viele werden jetzt OS-X in den Raum werfen, ein Betriebssystem welches doch um so vieles einfach ist als Windows, Linux, xBSD, Solaris etc. pp.

Stimmt, wenn man beachtet, das OS-X auch aus der BSD-Ecke kommt.

Genauso muss man sich im gleichen Atemzug überlegen, auf welcher Hardware läuft OS-X ohne Probleme?
Auf Apple-Geräten. Somit kommt Betriebssystem und Hardware aus einem Hause, ist somit perfekt aufeinander abgestimmt.

Die Betriebssysteme der Mitbewerber sind einfach für eine breitere und auch offenere Hardwarelandschaft gedacht.
Eier legende Wollmilchsäue gibt es halt (noch) nicht.

Entweder eine Hardware läuft mit einem Betriebssystem und das absolut angepasst oder aber man hat ein universelles Betriebssystem für universelle Hardware.

Ein Ferrari ist auch schnell, schick, verdammt teuer und für einen Umzug, den Wohnwagen oder aber den Ausflug ins Gelände absolut ungeeignet. Ein Universal-Motor-Gerät (Unimog) dagegen fährt mit einem durch den Wald, zieht den größten Wohnwagen ohne Probleme und man kann auch mal das halbe Ikea-Sortiment mit transportieren wenn es denn wirklich sein muss.

Nun aber zurück zum iPad.

An sich keine schlechte Idee – doch nichts neues. Tablets gibt es schon länger. Die Telekom und Siemens haben vor Jahren ihre gemeinsame Idee eines Surftablets vorgestellt, dass SimPad. Wie aber so oft in der Geschichte der IT waren sie einfach zu früh, der Markt noch nicht reif für solch eine Produktkategorie.

Das iPad bietet 10 Stunden Laufzeit bei der Videowiedergabe. Eine feine Sache – doch wieso konnte man keinen USB-Anschluss in Standardgröße einbauen? Statt dessen ein 30-poliger Syncanschluss. Über diesen kann man zwar den Akku laden – doch muss man immer das passende Kabel dabei haben.

Das iPad kann als Kalender und Bilderrahmen genutzt werden. Genial! Ich wollte schon immer mal einen Kalender mit Bilderrahmen haben und dafür 400-800$ zahlen.
Man gönnt sich ja sonst nichts!

Klar, das iPad hat auch noch mehr zu bieten. Es kann Musik abspielen. MP3, Apple Lossless, AIFF, Wave und AAC. Was ist aber mit Flac, Ogg? Fehlanzeige! Auch bei den unterstützten Videoformaten ist das iPad nicht gerade ein Formatwunder! MP4 und Mov. Immer schön verschlossen durch die Welt gehen und die eigenen Formate unterstützen, es könnte ja sonst ein „feindlicher“ Medienstore die Marktanteile von Apple abgreifen wollen.

So verschlossen wie sich das iPad gegenüber fremden Audio- und Videoformaten gibt,  um so offener ist es wenn es darum geht einen Stück vom aufkommenden Ebook-Kuchen abzubekommen.

Amazon hat das Kindle, Apple das schicke iPad.

Doch mal im Ernst, wer will sich auf einem Spiegel ein Buch durchlesen?
So viele Vorteile wie eine Glasplatte bietet, wie z.B. die (relative) Kratzerunempfindlichkeit und die einfachere Reinigung als ein mattes Display, so nachteilig ist es wenn man nicht absolut optimale Lichtverhältnisse hat.

Was wieder belächelt wurde, ist Apples Einstellung zu Flash. Wieder so ein „Teufelszeug“ von der Konkurrenz – deshalb unterstützt man es nicht.

Die Gründe dafür wird Apple wohl wissen. Sei es die einfach Möglichkeit mit Flash-Anwendungen am Appstore „vorbei“ Anwendungen anzubieten oder die benötigte Rechenleistung die mit einer Laufzeitverkürzung einher geht, es ist egal. Von mir aus, kann man auf Flash verzichten. Es gibt genug Alternativen.
Es gibt aber zwei absolute NoGo-Kriterien für mich!
Erstens, ich kann nicht nach belieben Programme installieren wie ich das will.
Wenn ich eine (Un-)Menge Geld für Hardware bezahle, will ich auch frei entscheiden welche Programme ich dort zu welchem Zweck drauf haben will – frei von irgendwelchen Leuten die eine Vorauswahl für mich treffen. Ich bin alt genug um zu wissen, was ich mache!
Doch nicht einmal die im AppStore verfügbaren Programme kann ich so nutzen wie ich es will – das zweite NoGo-Kriterium: fehlendes Multitasking.

Multitasking – Ein Fremdwort für Apples mobile Gadgets!

Wieso sollte man auch mehrere Programme gleichzeitig ausführen wollen? Hexenwerk!

Alternativen zum iPad sind für mich z.B. das Archos 5 Internet Tablet oder Archos 9 PCtablet.
Hardware mit der ich tun und lassen kann, was ich will. Das Archos 5 Internet Tablet läuft mit Android, einem Linux und das Archos 9 PCtablet mit Windows 7. Beides Plattformen bei denen man so ziemlich alles machen kann was man will. Sollte einem Windows 7 nicht gefallen, lässt es sich dank Netbook-Hardware auch ohne weiteres gegen ein anderes Betriebssystem austauschen.

Jedoch muss jeder am Ende für sich selbst entscheiden, was er brauch und was nicht. Wie wichtig ihm Design ist und auch was er bereit ist auszugeben.

Geschmäcker sind bekanntlich und zum Glück verschieden!





Der Apfel mit dem Wurm.

28 07 2009

Ein Apple ist ja inzwischen mehr als ein Computer.

Er ist ein hippes Lifestyle-Objekt.

Wie alles was schön ist, seien es nun Frauen, Autos oder auch Apple-Produkte, so will diese Schönheit gebührend bezahlt werden. Somit ist ein Mercedes SLK kein VW Golf und auch ein Apple ist kein Medion.

Was aber wenn diese altherrgebrachte Weisheit schön ist schön teuer gestört wird?

An sich nichts – wenn man sich beeilt und den Status Quo so schnell wie möglich wieder herstellt.

Der Versandhändler Otto scheint zu wenige Bestellungen bekommen zu haben oder wollte sein Bestellsystem einmal unter extremer Belastung testen. Auf jeden Fall wurden sowohl ein MacBook Air (MC233/A) als auch ein MacBook Pro (MB990D/A) für 49,95 Euro angeboten. Doch nicht nur Apples mobile Rechenknechte bekamen den (kurzzeitigen) Rotstift zu sehen.

MacBook Pro bei Otto ausverkauft.

Ein Acer Aspire „AS 8930G-844G32BN“ sollte für 29,99 Euro über die virtuelle Ladentheke wandern, genauso wie ein Hewlett Packard X18-1310eg und das Fujitsu Siemens AMILO Li 3910.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht der sonderbaren Aktion. Viele haben Bestellungen getätig und sind nun gespannt was da kommt. Auch im Hause Chaosblog wurde ein Apple geordert. Wann bekommt man die Chance für knappe 60 Euro (inkl. Versand) ein MacBook Air zu erstehen.

Nach ungefähr zwei Stunden war der Zauber vorbei, entweder wurden die Preise angepasst und / oder der Artikel ist als ausverkauft markiert.

Jetzt ist Otto gefragt. In den AGBs steht (noch) keine Klausel was bei Irrtümern und Druckfehlern passiert und ein anderer Onlinehändler ist schon mal verklagt worden für einen Spotpreis seine Produkte heraus zu geben – allerdings nur an die Kunden, die ihre Ware schon per Vorkasse bezahlt haben.

Sollte das ganze nur ein geschickter viraler Werbefeldzug von Otto gewesen sein (geschätzte Wahrscheinlichkeit geringer als ein Sechser im Lotto, mit Zusatzzahl + Spiel 77 und Super 6 zusammen) dann zweifle ich an der Finanzkrise und am Verstand der Marketingnasen bei Otto.

Was kann nun passieren? Es gibt eigentlich 4 mögliche Szenarien:

  1. Im günstigsten (und unwahrscheinlichsten) Fall bekommt man ein Rechner für einen Preis von dem man noch seinen Enkeln erzählen kann.
  2. Otto sagt einfach: Es tut uns leid und liefert nicht – ob man dann rechtlich noch eine Chance hätte kann ich nicht beurteilen,da fragt man lieber bei einem Anwalt seines Vertrauens an.
  3. Otto liefert für den (korregierten) Preis – Annahme wird verweigert bzw. dem Postboten gleich gesagt es geht Retour. Kein Geld verloren aber auch keine Ware bekommen
  4. Otto liefert einen anderen Artikel zum günstigen Preis mit der Begründung, man hat sich vertan. Das weitere vorgehen ist dann wie im Szenario zuvor. Vom Widerrufsrecht des Fernabsatzgesetzes (§ 3 Abs. 1 Satz 1 FernAbsG i. V. m. § 361a BGB a. F.) gebrauch machen.

direktbestellung

Allem Anschein nach wird auch Fall Nummer Vier eintreten. Es gibt eine (ausverkaufte) Hama-Tasche, die die selbe Bestellnummer (21046992) wie die MacBooks hat. Sucht man bei Otto nach der Bestellnummer kommt ein Mac, gibt man bei Direktbestellung  diese Nummer ein, kommt ein Mac – und doch gibt es diese Hama-Tasche zum Preis von 49,95 Euro mit der identischen Bestellnummer.

Ruft man den Mac auf, steht in der Artikelbeschreibung allerdings eine andere Bestellnummer – Otto scheint da ziemliches Chaos in den Daten zu haben.

Ich empfehle aber allen die schon bestellt haben nicht zu stornieren – ihr habt nichts falsch gemacht! Otto ist gezwungen den nächsten Schritt zu tun – sollte es sich wirklich nur um eine Tasche Handeln muss Otto aktiv werden und den Kunden informieren. Außerdem habt ihr ja noch oben angesprochenes Widerrufsrecht.

Wir dürfen gespannt sein.