Beta-Blogger.

22 07 2008

Der Spiegel, bzw. Spiegel Online, scheint mal wieder einen Artikel gesucht zu haben um das Sommerloch zu stopfen. Die panikartigen Berichte über die Spritpreise sind nichts Neues mehr und man braucht etwas Frisches um die Leser zu ködern.

Also wird über Blogs geschrieben. Die deutschen Blogs sollen (fast) alle ohne jegliche Bedeutung sein. Der Hauptinhalt sind Nichtigkeiten und Flame-Wars. Im schönen Amerika ist mal wieder alles besser. Die amerikanischen Blogger haben Content mit dem sie die Welt bewegen und beeinflussen. Dies tun sie mehr als die „Old-School-Medien“ wie z.B. die gute alte Tageszeitung.

Ich frage mich wo der Autor des Artikels lebt. Klar, ein Blogger in Deutschland wird es nicht schaffen die Massen zu mobilisieren um z.B. einen bestimmten Supermarkt oder einen Mineralölkonzern zu boykottieren.

Ist das überhaupt das Ziel das sich ein Blogger setzt? Soll ein Blog für die ganze Menschheit sein? Ich persönlich lese Blogs die mich interessieren, die Themen anschneiden die in mein Umfeld passen. Als Angehöriger der IT-Zunft sind dies hauptsächlich Blogs technischer Natur, als Hobbykoch interessiert mich natürlich was es kulinarisches in Bloggersdorf zu finden gibt, etc. pp. Ich will kein Blog haben der eine Art digitale Zeitung widerspiegelt. Gerade hier sehe ich persönlich den Vorteil von Blogs. Wer liest schon alles was in der Zeitung steht? Die Einen interessieren sich mehr für die Wirtschaftsseiten, Andere für Sport und wieder Andere für Klatsch und Tratsch. Hier ist man in Blogs gut aufgehoben, man selektiert sich genau das was man nach eigenem Ermessen für wichtig hält. Die Blogs die ich lese verändern die Welt im Kleinen.

Wenn ich z.B. irgendwo lese, dass ein Produkt X nicht so toll ist, informiere ich mich lieber zwei- oder dreimal bevor ich es mir zulege. Auf der anderen Seite habe ich aber auch schon in Bloggersdorf Hinweise auf Dinge bekommen die sich inzwischen in meinem Besitz finden. Es waren keine Werbeblogs, sondern einfach Blogs von ganz normalen Menschen die ihre Eindrücke zu etwas geschildert haben.

Ich verdiene mit meinem Blog kein Geld – das möchte ich ehrlich gesagt auch nicht. Geld verdienen geht nur durch Arbeiten. Ich blogge weil es mir Spaß macht, weil ich anderen etwas mitteilen möchte und weil es einfach eine Abwechslung zum Arbeitsalltag ist. Mein Blog ist für mich Freizeitbeschäftigung, Hobby und auch ein Stück weit Erholung – aber keine Arbeit!

Ein Blog wird bei mir nicht nach der Anzahl der Zugriffe sondern nach dem Inhalt bewertet. Ein kleiner, im Netz verborgener, Blog kann viel bedeutendere Informationen enthalten als ein großer „Global-Player“. Die Blogger sind für mich auch ein viel genutzter Weg zur Nachrichtenbeschaffung. Ein Beispiel wie schnell die Informationen an den Mann gebracht werden, zeigte sich, als die Berliner Philharmonie gebrannt hat. Dies habe ich es zu aller erst bei dem (Micro-)Blogging-Dienst Twitter gelesen bevor es überhaupt irgendein Newsticker in die Welt hinaus schrie!

Deutschland ist mitnichten ein Land der unbedeutenden Hinterhofbloggerei – Aufgrund der Verbreitung von Nachrichten in deutschen Medien sind wir aber nicht so sehr auf das Netz angewiesen wie Amerika. In Deutschland liegt die Wichtung eines Blogs einfach anders.

Jeder Blog ist wichtig, wenn auch nur für ein spezielles Publikum!

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