Desktop-Terminal.

20 10 2007

Trotz aller existierenden Tools, GUIs und sonstigen Helferlein unter Linux will ich nicht auf die Konsole verzichten. Es gibt immer noch genug Dinge die sich schneller oder effizienter in nem Terminal lösen lassen.

Bisher hab ich dann immer ein Terminal geöffnet und meine Befehle rein gehackt.

Jetzt hab ich ne Möglichkeit gefunden, das ein Terminal transparent auf den Desktop eingeblendet wird. Allerdings bezieht sich meine Anleitung auf GNOME. Ob das ganze auch mit KDE funktioniert, muss ich mal noch in Erfahrung bringen.

Das Tool das wir nutzen um vorhandene Fenster zu manipulieren heißt Devilspie, im Gegensatz zu manchen Seiten im Netz auf denen ausdrücklich steht, das Devilspie nicht mit Compiz funktioniert, geht es ohne Probleme – man muss nur die aktuellste Devilspie-Version haben.

Als Erstes muss nun also Devispie installiert werden. Dafür nutzt man Packetverwaltungen wie Synaptic oder aber das gute alte apt-get.

apt-get install devilspie

Als nächstes brauchen wir im Home-Verzeichnis unseres Nutzers ein neues Verzeichnis mit dem Namen .devilspie, durch den Punkt am Anfang des Verzeichnisnamens ist dieses Versteckt und wird normalerweise nicht angezeigt.

Im eben erstellten Verzeichnis muss noch eine Datei names DesktopConsole.ds erstellt werden.

Dies beides erreicht man mit:

mkdir ~/.devilspie gedit ~/.devilspie/DesktopConsole.ds

Nun geht es daran die DesktopConsole.ds mit Inhalt zu füllen.

( if (matches (window_name) "DesktopConsole") ( begin (set_workspace 1) (below) (undecorate) (skip_pager) (skip_tasklist) (wintype "utility") (geometry "906x651+189+128") ) )

Das einzige was an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden muss, ist die Zeile geometry. Nur hab selbst ich da immer wieder Probleme – Ewigkeiten will ich nicht mit Trail & Error versuchen die Werte zu finden. Also schnell ein Terminal geöffnet, an die passende Stelle geschoben und auch auf die passende Größe gebracht. Der Befehl xwininfo hilft uns die Parameter zu finden. Einfach im offenen Terminal eingeben und Enter drücken. Der Mauszeiger verwandelt sich in ein Fadenkreuz – mit diesem auf das offene Terminalfenster klicken. Der gesuchte geometry-Wert steht am Ende der erscheinenden Werte.

Bevor das offene Terminalfenster geschlossen wird, nehmen wir uns noch ein paar Einstellungen vor. Bearbeiten -> Profile -> Neu.

  • Dem neuen Profil einen Namen geben, z.B. DesktopConsole
  • Register Allgemein: Haken bei „Menüleiste in neuen Terminals per Vorgabe anzeigen“ entfernen
  • Register Titel und Befehl: der Titel soll „DesktopConsole“ heißen
  • Register Rollbalken: Rollbalken ist: „Nicht sichtbar“
  • Register Effekte: Transparenter Hintergrund, den Schieberegler bei „Transparenz und Bildhintergründe abdunkeln“ auf die Stellung „Keine“ schieben

Jetzt sind die wichtigsten Einstellungen getroffen. Was noch fehlt ist, das Devilspie und das Terminal automatisch startet.

Das geschieht unter GNOME über den Menüpunkt Sitzungen, zu finden unter System -> Einstellungen. Ein Klick auf Hinzufügen öffnet ein neues Fenster. Im Feld Name gebt ihr „A Devilspie“ ein und unter Befehl „devilspie“. Nun ein letztes Mal auf Hinzufügen klicken, Name ist diesmal „X Terminal“ und Befehl ist „gnome-terminal –window-with-profile=DesktopConsole“ – wichtig ist hierbei das die Groß- und Kleinschreibung beachtet wird.

Der Name nach „profile=“ entspricht dem gewählten Profilnamen des neuen Terminalprofils.

Das ganze klingt relativ kompliziert, ist aber nur eine Sache von 5 min.

Ein paar Screenschots werde ich noch folgen lassen.

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3 responses

29 09 2009
R. Henze

Super Schnelleinsteig in Devilspie. Ich war – zwecks Screenrecording – auf der Suche nach einer Möglichkeit die Textdekoration auszuschalten. Jetzt habe ich sie gefunden!
Danke
R. Henze

15 04 2012
pythonbiss

Leider gibt es ein Fehler in diesem Beitrag… Das Tool zur Erkennung der geometry heißt nicht xwinfo sondern xwininfo…

20 04 2012
chaosblog

Danke für den Hinweis.

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